Endometriose Reha in Bad Schmiedeberg

Erfahrungsbericht aus meinen 3 Wochen Reha Aufenthalt im Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg


In der Zeit vom 01. bis zum 22. Juli 2021 war ich zu einer Endometriose Rehabilitation in Bad Schmiedeberg untergebracht. Ich habe mir die Reha Klinik selbst gewünscht (man kann bei dem Antrag eine Wunschklinik angeben), da ich recht viel Gutes vorher gehört habe und ich vor allem total gespannt auf die Moorbehandlungen war.


Es gibt 5 zertifizierte Endometriose Reha Kliniken in Deutschland:

  • 06905 Bad Schmiedeberg

  • 23909 Ratzeburg

  • 23611 Bad Schwartau

  • 65388 Schlangenbad

  • 88339 Bad Waldsee

Bad Schmiedeberg ist aber die einzige Endo Reha Klinik, die Moorbehandlungen anbietet.

Zitat auf der Homepage von Bad Schmiedeberg "Der intensive Einsatz unseres natürlichen Heilmittels Moor, insbesondere für Patientinnen mit mehrfachen operativen Eingriffen und bestehenden Verwachsungen, in Kombination mit spezifischen Bewegungstherapien und Ernährungsberatung sind Besonderheiten unserer Bad Schmiedeberger Endometriose-Kur." (Zum Thema Ernährung komme ich später noch ;-))

Die Moortherapie soll Verwachsungen vorbeugen, Verklebungen lösen können sowie die Durchblutung und die Stoffwechselprozesse im Körper stark anregen.


Es wurden folgende Moorbehandlungen angeboten: - Moorbäder (halb oder ganz)

- Moorpackungen (bei mir z.B. den kompletten Rücken, die Schultern und natürlich der Unterleib)

- Moortreten & Moorkneten (hier sollen die Stoffe über die Haut aufgenommen werden) - intravaginale Moorbehandlungen (ja richtig gehört....hier ist das Moor dann direkt an "Ort und Stelle" und es war wirklich nicht so unangenehm wie du es dir jetzt wahrscheinlich vorstellst)


Ich persönlich fand die Moorbehandlungen am besten von der ganzen Reha und ich habe mich jedes Mal gefreut wenn ich eine hatte. Es war von vornherein mein Fokus und das wurde netterweise auch so bei der Therapieplanung berücksichtigt.

Nach einen Moorbad und teilweise auch nach einer Moorpackung war ich unfassbar müde. Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper richtig arbeitet und ich habe mir so viel Ruhe gegönnt, wie der Tagesplan hergegeben hat. Auch mein Unterleib zwickte und ziepte ständig (aber ohne Schmerzen), was ich aber als gutes Zeichen wertete, da sich ja offenbar etwas getan hat. Laut der Stationsärztin sind solche Reaktionen völlig normal und auch erwünscht.



Was haben wir sonst noch so gemacht?!

Es gab einige Vorträge zum Thema Endometriose (Ernährung, Balneologie, gynäkologische Erkrankungen, natürliche Heilmittel, Endometriose Therapie, Leben mit der Diagnose, Schlafstörungen,...) Ganz ehrlich?! Zum Großteil haben die mir persönlich nichts gebracht, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich mich selber schon ziemlich umfassend informiert habe.


Es gab "MTT" wo man quasi in einem Fitnessraum einige Übungen an Geräten machen konnte. Beim ersten Termin wurde ein Trainingsplan mit dir erstellt und anschließend konnte man abends bei Bedarf für eine halbe Stunde den Raum nutzen. (Der übrigens dringend mal neue Geräte benötigt....) Sportlich gesehen gab es sonst noch Gymnastik, Wirbelsäulengymnastik, Wassergymnastik, Schwimmen, Trampolin und Aroha sowie Hydrojet Massagen. Die Sporteinheiten waren für mich persönlich alle sehr "gemächlich" und es wird darauf geachtet, ob man frisch operiert ist oder nicht. Da meine letzte OP bereits 4 Monate her war, durfte ich alles mit machen. (Einige andere Mädels, die frisch operiert waren, hatten einen seeeeehr übersichtlichen Therapieplan, da sie vieles nicht mit machen konnten und nicht sehr viele Alternativen angeboten werden. ) Außerdem gab es eine Endo Gesprächsgruppe mit einer festen Gruppe Mädels bei der über verschiedene Themen je nach Bedarf gesprochen wurde und ein Austausch untereinander statt fand.

Ein Seminar zum Thema Stressbewältigung sowie Progressive Muskelrelaxation (kurz PMR) hatten wir ebenfalls.


Hier mal ein kleiner Auszug aus den Tagesplanungen vor Ort: (die kompletten Tage findest du auf meinem Instagram Kanal in den Story Highlights.)












Das Programm war in Ordnung aber ich hatte mir ehrlich gesagt ein wenig mehr über alternative Behandlungsmöglichkeiten gewünscht. Es gab eigentlich nur die Optionen "Operation" oder "die Pille nehmen". Jegliche andere Ansätze wurden nicht weiter vermittelt.


Was mir sonst noch gut gefallen hat, war das Kneippen. Und nein ich rede nicht von einer Kneipentour sondern von der Kneipp-Therapie nach Sebastian Kneipp. Die Anlagen waren in Bad Schmiedeberg sowohl indoor als auch outdoor wirklich schön. Schau selbst:





Bezüglich des Themas Ernährung war es so, dass es einen Vortrag sowie anschließend eine Art Seminar gab, bei dem kurz besprochen wurde, was man ändern möchte.

Der Vortrag bezog sich allerdings grundsätzlich auf das Thema gesunde Ernährung und nicht explizit in Bezug auf die Endometriose. Es wurde sehr kurz auf mögliche Faktoren wie Histamin, Gluten und Lactose eingegangen. Trotzdem hatte keiner von den anderen Teilnehmern im Nachgang wirklich eine Ahnung was sie nun ändern sollten.

Alles was im Vortrag gesagt wurde, konnte im Speisesaal der Reha jedenfalls nicht wirklich umgesetzt werden. Ich hatte Glück, da ich auf Wunsch einen individuellen Ernährungsplan bekommen habe, der vegan und weizenfrei war. Das war wirklich super, dass das so möglich war (Zumindest im Hinblick auf das Mittagessen) Beim Frühstück und Abendessen hingegen war es schwierig. Nachdem ich ca. 10 Mal morgens nach pflanzlicher Milch gefragt habe, stand diese dann auch irgendwann in einer versteckten Ecke, sodass ich mir dann einfach Haferflocken mit Obst machen konnte. Abends bestand das Buffet aus Brot & Brötchen, von denen mir niemand sagen konnte was für welche, geschweige denn ob Weizen enthalten war, sowie ordentlich viel Wurst, Käse, Eier, mal Rollmops, mal Würstchen und einer kleinen Salatbar. Für mich blieb also lediglich ein Salat, der sich aber oft auch nur auf grüne Blätter beschränkte sodass ich mir im Supermarkt dann einfach selbst Brot und veganen Belag geholt habe. Aber ich war ja schon zufrieden, dass es Mittags geklappt hat und meistens auch lecker war.

Mir wurde allerdings mehrfach in der Reha gesagt, dass vegan eine Mangelernährung sei und ich bekam aus jeder Ecke das Gefühl vermittelt, dass es überhaupt nicht gut ist was ich tue. Trotzdem habe ich meine Ernährung dort (auch mit einigen Schwierigkeiten) so fortgeführt, da mein Körper mir zu 100% bestätigt, dass es eben doch das richtige für mich ist.

Komisch war auch, dass ich trotz dieser "ungesunden Mangelernährung", eins der besten Blutergebnisse von allen Endo Mädels hatte und fast die einzige war, die keine erhöhten Cholesterinwerte, Mängel oder Entzündungswerte im Blut hatte.....merkwürdig :-)


Kommen wir aber wieder zu den positiven Dingen: die Umgebung. Der Park (in dem ich oft morgens allein Yoga gemacht habe) und die direkte Umgebung waren wirklich sehr schön. Hier ein paar Eindrücke:




Langweilig....aber schön :-D Also die Aktivitäten beschränkten sich für mich auf "mal ein Eis essen gehen" (tatsächlich mit veganen Sorten) oder "mal einen Kaffee trinken gehen". Es hätte auch eine Pizzeria, einen Asiaten oder das Kurhaus als Restaurant gegeben aber allesamt ohne vegane Alternativen, von daher konnte ich mir da kein Urteil bilden.


Alles in allem kann ich sagen, dass es mir ganz gut gefallen hat, es aber definitiv auch Verbesserungspotential gibt :-) Ich würde sagen man könnte einiges etwas moderner gestalten und mehr auf Alternativen eingehen. Ich habe ja keine Vergleichswerte, aber so wie ich das bisher gelesen habe ist Ratzeburg da z.B. etwas besser aufgestellt. Die Angaben aber natürlich ohne Gewähr, da ich wie gesagt vorher noch nie in einer Reha war ;-)

Nichtsdestotrotz war ich aber über die ganzen Moorbehandlungen dankbar und die taten mir sehr gut :-)


Falls ihr Fragen habt, lasst gerne ein Kommentar da, schreibt eine Mail oder schaut bei meinem Instagram Kanal vorbei (idoitfor_me) bei dem ihr alles zu der Reha nochmal in den Highlights finden könnt.





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